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Demenz-Ratgeber für den Alltag

Der Demenz Knigge ist das Ergebnis meiner jahrelangen Praxis im Umgang mit Betroffenen, Angehörigen und Pflegepersonal.

Hier finden Sie auf Ihre Fragen Antworten, die sich tagtäglich bewähren.

Sie sollen sowohl den betroffenen Menschen als auch Ihnen das Leben erleichtern.

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Über das Buch – ein kleiner Einblick

 

Ein persönliches Wort  

Liebe Leserin und lieber Leser,
für mich als Demenzberater und Humortherapeut ist die „Krankheit rund um das ­Vergessen“ mein tägliches Brot. Zwei der häufigsten Fragen, die mir immer wieder gestellt werden, lauten: „Woher kommt Demenz?“ und „Kann ich etwas dagegen tun?“

Leider weiß die Wissenschaft bis heute nur wenig Gesichertes über ­diese­ Krank­heit. Deshalb ist Demenz für viele die Schreckenskrankheit unserer Zeit. Sie kann nicht nur jeden treffen, sondern sorgt auch dafür, dass sich immer mehr Menschen um demente Angehörige kümmern müssen. Im Sommer 2017 rechnete das Bundes­familien­ministerium mit über 1,5 Millionen Demenzerkrankten. Neben der Betreuung zu Hause werden diese Menschen von rund 12.000 Pflegeheimen mit über 800.000 vollstationären Pflegeplätzen sowie 13.000 ambulanten Pflegediensten versorgt. Wenn das Buch gedruckt ist und Sie es in den Händen halten, werden diese Zahlen rasant gestiegen sein.

Ich selbst bin kein Wissenschaftler, aber seit über 16 Jahren als Demenzberater und Humortherapeut tätig. Fast täglich beschäftige ich mit der Frage, wie wir die Ver­haltensweisen von Menschen mit Demenz besser verstehen und nachvollziehen ­können. Spüren Betroffene, dass auf einmal so viel „schiefläuft“, „komisch“ ist, dass sie regelrecht glauben, „verrückt“ zu werden, beginnen sie, ihre starken negativen Emo­tionen zu kompensieren. Dabei bauen sie sich eine neue Realität auf. Diese nachzuvollziehen kann für Angehörige mühsam und schwierig werden und sie an ihre Grenzen führen. Die Folge: Pflegende Angehörige haben ein bis zu zwölfmal höheres Risiko, selbst an Demenz zu erkranken.

Der Demenz-Knigge ist das Ergebnis meiner langjährigen Praxis im Umgang mit Betroffenen, Angehörigen und Pflegepersonal. Hier finden Sie Antworten, die sich tagtäglich bewähren. Sie sollen sowohl den Betroffenen als auch Ihnen das Leben erleichtern. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre,

Ihr Markus Proske

Wie Sie dieses Buch am besten nutzen

Warum ein Knigge rund um das Thema Demenz?

„Weil ich auf meinen Vorträgen immer wieder darauf angesprochen werde, wie man mit betroffenen Angehörigen richtig umgeht“ und „Auch dem Pflege­personal brennt das Thema auf den Nägeln“– so lauten die Antworten.

Was „richtig“ ist, ist nicht immer leicht zu beurteilen. Menschen mit Demenz verändern sich so sehr, dass wir unseren Umgang mit ihnen an diese Veränderungen anpassen müssen.
Vor über 260 Jahren erblickte Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge das Licht der Welt. Sein Nachname wird mit „richtigem Verhalten“ gleichgesetzt. So lag es nahe, das vorliegende Buch mit praxisorientierten Ratschlägen zum Alltag mit Demenzerkrankten entsprechend zu nennen. Wie Adolph Knigges Werk „Über den Umgang mit Menschen“ soll der Demenz-Knigge Ihnen dabei helfen, kritische Situationen besser meistern zu können.

Wenn es ein „richtiges“ Verhalten gibt, gibt es dann auch ein „falsches“? ­Ich glaube nicht, daher hebt das Buch auch niemals den Zeigefinger. Stattdessen zeigt es mit zahlreichen praktischen Beispielen aus den acht wichtigsten Lebensbereichen von Menschen mit Demenz, wie Sie Hilfe zur Selbsthilfe geben und damit auch Ihren eigenen Alltag erleichtern können.

Sie können das Buch von vorne bis hinten lesen, um sich ein Basis­wissen für den richtigen Umgang mit Demenzerkrankten anzueignen. Jedes Kapitel schildert zunächst eine typische Situation. Ein Demenz-Knigge-Tipp verrät Ihnen, wie Sie sich verhalten können – wenn es einmal ganz schnell gehen muss. In einer nachfolgenden Erklärung können Sie nachlesen, welche Maßnahmen in der jeweiligen Situation geeignet sind. Zu den Ursachen des Verhaltens klärt schließlich die Rubrik „Hintergrundwissen“ auf. Statt das ganze Buch zu lesen, können Sie gleich die passende Situation aus dem fraglichen Lebensbereich nachschlagen.

Eine weitere Möglichkeit, sich rasch zu informieren, ist das Glossar, das häufige (medizinische) Fachbegriffe erklärt, die Ihnen regelmäßig im Austausch mit Ärzten und Pflegepersonal begegnen.
Am besten legen Sie Ihren Demenz-Knigge stets griffbereit in die Nähe – dann sind Sie immer gut informiert.

Die Gliederung des Buches

Vorwort von Okka Gunde
Ein persönliches Wort zum Beginn
Wie Sie dieses Buch am besten nutzen

Kapitel 1 |  Erste Anzeichen von Demenz

  • „Ist es jetzt soweit?“ – Was tun, wenn erste Auffälligkeiten auftreten
  • „Was haben wir bloß falsch gemacht?“– Verwirrtheitszustände nach einem Krankenhausaufenthalt
  • „Früher hast du so gerne Zeitung gelesen!“ – Versteckte Signale erkennen
  • „Wie sage ich es den anderen?“ – Wie und wann Sie über die Diagnose sprechen sollten

Kapitel 2 |  Essen und Trinken

  • „Du sollst viel Wasser trinken, Papa!“ – Die Zwei-Liter-Faustregel
  • „Opa, jetzt iss mal endlich!“ – Wie Sie zum Essen animieren können
  • „Warum isst du denn nichts, Mutter?“ – Wenn Betroffene nicht essen wollen
  • „Früher war der Zucker süßer“ – Warum Demenzerkrankte gerne Süßes essen
  • „Oh Gott, Mama ist betrunken!“ – Wenn es zu ungewöhnlichem Alkoholkonsum kommt
  • „Altes Brot ist nicht hart. Kein Brot, das ist hart!“ – Prägungen der Vergangenheit

Meine wichtigsten Ratschläge – Sonderteil „Essen und Trinken“

Kapitel 3 |  Alltag

  • „Ich kann Dich nicht verstehen!“ – Das Hörgerät allein ist nicht die Lösung
  • „Mach doch den Fernseher aus!“ – Reizüberflutung durch Hintergrundgeräusche
  • „Ich bin immer für dich da, Mama!“  – Die „Ich nehme dir alles ab“-Falle
  • „Was sollen denn die Hausschuhe im Kühlschrank?“ – Ungewöhnliche Verhaltensweisen verstehen

Kapitel 4 |  Psyche und Verhaltensänderungen

  • „Wo hast du denn den Schlüssel hingelegt?“ – Wenn Gegenstände verschwinden
  • „Wer schaut mich da im Spiegel an?“ – Verlust der Orientierung zur eigenen Person
  • „Diese Leute schauen uns zu!“ – Die Fernsehwelt erscheint auf einmal real.
  • „Ich suche die nette Dame, die immer da war“ – Halluzinationen und wahnhafte Verkennungen

Kapitel 5 |  Kommunikation und Sprache

  • „Wollen Sie nun Brezeln oder Brötchen?“ – Wenn die Wörter verschwinden
  • „Na, gib her dein Bein.“ – Angehörige verstehen trotz Sprachverlust
  • „Hau dich doch eine Stunde aufs Ohr, Opa“ – Redewendungen wörtlich genommen
  • „Ist das Wasser heiß oder kalt?“ – Missverständnisse können gefährlich werden
  • „Haben Sie meinen Wärmer gesehen?“ – Wenn Angehörige nur noch Bahnhof verstehen

Sonderteil Kommunikation und Sprache

Kapitel 6 |  Notsituationen

  • „Da ist ein fremder Mann in meinem Bett“ – Wenn sich die Realität verschiebt
  • „Wie viele Kinder haben wir?“ – Sich nicht mehr an Angehörige erinnern
  • „Hilfe! Einbrecher!“ – Vertrauen aufbauen, um Ängste zu nehmen
  • „Ich will Mama anrufen!“ – Wenn Tote wieder lebendig werden
  • „Man hat mich bestohlen, das Geld ist weg“ – Ein Diebstahl, der keiner wa

Kapitel 7 |  Mobilität, An- und Ausziehen, Zubettgehen

  • „Doch kein T-Shirt im Winter!“ – Wenn Jahreszeiten unwichtig werden
  • „Wie der heute wieder rumläuft!“ – Kleidungsstücke richtig anziehen
  • „Vorsicht, Mama, du fällst!“ – Zwischen Freiheit und körperlicher Unversehrtheit
  • Mama sucht das Weite – Wenn der Drang, rauszulaufen zunimmt
  • „Das tut man doch nicht!“ – Der Umgang mit ungewöhnlichen Wünschen

Kapitel 8 | Körperpflege und Toilette

  • „Papa, du hast schon wieder gekleckert!“– Vorsicht vor Entmündigung
  • „Ich will mir nicht die Zähne putzen!“ – Wenn die Mundpflege verweigert wird
  • „Wo ist mein Gebiss?“ – Herausforderung Zahnprothese
  • „Wo geht es hier zur Toilette?“ – Altersgerechtes Wohnen
  • „Hier darfst du nicht pinkeln, das ist kein echter Baum!“ – Wenn die Umgebung für Verwirrung sorgt.

Kapitel + | Anhang
Die wichtigsten Tipps – auf einen Blick
Die tägliche Beschäftigung – meine Leitsätze
Anregungen – konkrete Tätigkeiten im Alltag
Glossar – Begriffserläuterungen
Kleines Wörterbuch – Dementisch–Deutsch

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